Liebe Freunde der Evangelischen Gemeinde Kehlhof
Gott rüstet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Tadel.
Psalm 18,33
Ein neues Jahr ist gestartet. Noch ist vieles offen, noch ist nichts festgeschrieben. Genau das macht diesen Moment spannend – und ehrlich gesagt auch herausfordernd. Was wird kommen? Welche Wege liegen vor uns? Welche Türen wird Gott öffnen? Und welche vielleicht auch schliessen?
Als Gemeinde haben wir für dieses Jahr Psalm 18,33 als Jahreslosung gezogen. Und was sofort auffällt: Hier geht es nicht um Selbstoptimierung. Nicht darum, dass wir uns noch besser anstrengen, noch cleverer planen oder noch mehr leisten müssen. Im Zentrum steht Gott selbst. Er rüstet mit Kraft. Er macht Wege tragfähig. Er sorgt dafür, dass unser Leben Richtung behält.
Der Psalmist schaut auf Kämpfe zurück, auf Zeiten, die alles andere als einfach waren. Und doch erkennt er im Rückblick: Gott war der Handelnde. Die Kraft kam nicht aus ihm selbst, sondern von Gott. Die Klarheit für den nächsten Schritt war ein Geschenk. Spurgeon bringt es treffend auf den Punkt: Ohne Gottes Kraft wären wir müde, zerstreut und innerlich leer. Mit seiner Kraft aber gewinnen unsere Schritte Fokus, unser Lauf Richtung und unser Weg Stabilität.
Das gilt auch für uns – für dieses Jahr, für unsere Gemeinde, für unseren Glauben im Alltag. Wir leben in einer Zeit, in der Christsein nicht automatisch Rückenwind bedeutet. Gegenwind gehört dazu. Zweifel, Müdigkeit und Widerstände auch. Umso stärker ist diese Zusage: Gott rüstet uns mit Kraft. Nicht, damit wir laut auftreten oder alles besser wissen. Sondern damit wir dranbleiben. Ehrlich. Glaubwürdig. Liebend.
«Er macht meine Wege ohne Tadel» heisst übrigens nicht, dass alles glatt läuft. Es heisst nicht, dass wir keine Umwege machen oder nie stolpern. Es heisst: Gott bleibt dran. Er richtet neu aus. Er lässt uns nicht liegen. Seine Kraft trägt weiter – Schritt für Schritt.
Ganz konkret wird das auch ab Anfang Februar mit der Kampagne «42 Tage – Leben für meine Freunde». Diese Zeit lädt uns ein, unseren Glauben nicht nur zu denken, sondern zu leben. Freundschaften bewusst wahrzunehmen. Menschen mit Gottes Augen zu sehen. Und mutig kleine Schritte zu gehen – im Vertrauen darauf, dass Gott die Kraft schenkt, die wir dafür brauchen.
Für uns persönlich bedeutet das: Wir starten dieses Jahr nicht aus eigener Energie. Gott rüstet uns aus. Mit neuer Hoffnung. Mit frischem Feuer für Jesus. Mit Liebe für Menschen. Mit Ausdauer dort, wo es zäh geworden ist.
Und für uns als Kehlhof bedeutet das: Wir schauen nach vorne. Nicht, weil wir alles im Griff hätten, sondern weil Gott mitgeht. Wo er Kraft gibt, entsteht Bewegung. Oder wie wir es in der Visionspredigt gehört haben: «Wenn der Himmel rennt, bleibt die Gemeinde nicht sitzen.»
Mit herzlichen Grüssen und grosser Zuversicht
Stephan
