Liebe Freunde der Evangelischen Gemeinde Kehlhof
Und die Söhne Israel seufzten wegen ihrer Arbeit und schrien um Hilfe. Und ihr Geschrei wegen der Arbeit stieg auf zu Gott.
2. Mose 2,23b
«Haben wir uns im gegenseitigen Einvernehmen von Gott getrennt?» Diese provokante Frage stellt Rolf Dobelli in seinem Buch «Jetzt sind sie gefragt.». Sie beschreibt keine laute Abkehr, keinen bewussten Bruch. Sondern etwas viel Leiseres, Alltäglicheres: Gott ist nicht weg – aber er ist auch nicht mehr selbstverständlich da. Kein Streit, kein Abschied. Eher ein Auseinanderleben. Man hat sich arrangiert. Gott darf bleiben, solange er nicht stört. Solange er keine Ansprüche stellt. Solange er uns nicht zu nahekommt. Die Wahrheit ist: Viele haben sich scheinbar von Gott getrennt, obwohl sie gar nie mit ihm zusammenwaren.
Vielleicht ist genau das eine der grössten geistlichen Herausforderungen unserer Zeit: Nicht die offene Ablehnung Gottes, sondern die stille Gleichgültigkeit. Gottes Stimme wird überhört. Die Bibel erzählt von einer ganz anderen Bewegung: Das Volk Israel ist versklavt, müde und überfordert. Dann tun sie das Entscheidende: Sie schreien. Und dieses Geschrei – so unscheinbar es wirken mag – steigt auf zu Gott. Er hört und sieht. Der Allmächtige reagiert. Er bleibt ansprechbar. Selbst dann, wenn Menschen ihn fast vergessen haben.
Hier berührt sich dieser Bibeltext mit unserer Zeit – und mit unserem Gemeindeprojekt «42 Tage – Leben für meine Freunde» und dem «Musical 2026»: Menschen sollen die frohe Botschaft von Jesus Christus hören.
In Jesus Christus verbunden
Stephan
